Vereinsgeschichte

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Geschichte des TSV Solingen Aufderhöhe 1877 e.V.

 

Liebe Leserinnen und Leser, der erste Teil dieser Chronik ist übernommen aus der Festschrift zum 100. Geburtstag des Vereins ( 1977 ).

 

Hans Grah hat sehr interessant die Ereignisse beschrieben und  mit Bildmaterial versehen.

 

Ich habe dies hier ungekürzt eingegeben. Leider gehen seine Erinnerungen nur bis 1970.

 

Ich hoffe, dass sich Mitglieder finden, die die weiteren 37  Jahre unseres Vereins in Wort und Bild beschreiben können. Sowie weiteres Material zur Verfügung steht, wird die  Geschichte fortgesetzt.

R. Trepper

( Geschäftsführerin )

 

1877 – 1977

100 Jahre

HÖHER TURNVEREIN

„Turnverein Aufderhöhe“, „Arbeiter-Turn- und Sportverein“

„Ballspiel klub 1919 Aufderhöhe“

TURN- und SPORTVEREIN SOLINGEN-AUFDERHÖHE 1877e.V.

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Etwa 20 junge Männer aus dem Raum Aufderhöhe und Löhdorf, teilweise zur Gemeinde Merscheid, teilweise zur Gemeinde Höh­scheid gehörend, fanden sich 1877 zusammen und gründeten den „Höher Turn-Verein“.

Es war eine schwere Zeit, von 1872 – 1878 folgten Streiks und Arbeitslosigkeit in Solingen aufeinander. 1876 war ein besonderes Krisenjahr, die Solinger Industrie lag völlig danieder. Es war die Zeit, als der Russisch-Türkische Krieg Schlagzeilen lieferte, als der Kaiser Wilhelm I. Benrath besuchte, und alle Vereine dort auf­marschieren wollten. Man bereitete die Feier des „Sedantages“ am 2. September vor. Der Stundenlohn eines Arbeiters lag zwischen 20 und 30 Pfg., ein Pfund Rindfleisch kostete 60 Pfg., ein Herrenanzug war bereits ab 10,50 Mark zu haben.

Aber in diesen Jahren fand eine Belebung der Turnidee in Solingen, Höhscheid, Wald und Merscheid statt, die vielen bestehenden Turnvereine überboten sich mit Festen und Turnveranstaltungen. So hatte am 10. Juni 1877 die „Ohligser Turngemeinde“ ihr 5. Turnfest mit Umzug, am 17. Juni feierte der „Niederbergische Turngau“ zusammen mit der „Solinger Turngemeinde von 1863“ ein großes Fest mit Schauturnen und einem beachtlichen Fest­umzug, der „Höhscheider Turn-Verein“ ebenfalls ein Turnfest mit Fahnenweihe; es verging kaum eine Woche ohne „Turnfest“. Sicherlich waren das Anstöße, die diese jungen Aufderhöher Männer zur Gründung eines eigenen Turnvereins veranlassten; man kann als sicher annehmen, dass einzelne bereits Erfahrungen bei den umliegenden Vereinen gesammelt hatten.

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Die ersten 25 Jahre von 1877 – 1902

Am 14. Juli 1877 fand die Gründungsversammlung statt, die Vereinsstatuten wurden von dem gewählten 1. Präsidenten, Friedrich Krufft, bekannt gegeben. Am 30. Juli 1877 genehmigte der Beigeordnete Hugo Buchler in Vertretung des Merscheider Bürgermeisters diese Statuten.

Der Verein war auf Merscheider Boden, in der Wirtschaft Machen­bach (später Conen) gegründet worden, daher auch die Zuständig­keit von Merscheid bei der Genehmigung von Statuten. Später siedelte man dann auf Höhscheider Gebiet über, von da an unter­stand man der Stadt Höhscheid, daher auch das Erscheinen von Höhscheider Bürgermeistern bei Feierlichkeiten.

Unter dem Namen „Turnverein Auf der Höhe“ wurde in den Zeitungen „Solinger Kreis-Intelligenz-Blatt“ und „Ohligser Anzei­ger“ für den 4. August 1877 zur „Ersten Übung“ aufgerufen und für den 15. September die erste Hauptversammlung angesetzt. Nach dem Protokollbuch jedoch nannte sich der Verein „Höher Turn-Verein“, in einer Versammlung am 1. September wurde beschlossen, einen „gravierten Stempel“ für 6 Mark und „Stem­peltinte“ für 50 Pfg. anzuschaffen.

Man begann mit dem Turnen im „Börkeser Wäldchen“, eine geeignete Unterkunft hatte man noch nicht gefunden. Der Saal­besitzer in Aufderhöhe, Ferdinand Hindrichs, hatte noch kein Verständnis für solch ein „rauhes Tun“. Die anderen Lokale in Aufderhöhe, obwohl sie in Zeitungsanzeigen auf ihren Saal hin­wiesen, wie im „Locale zur Post“ von C. R. Kronenberg oder von Wilhe!m Pohlig in Siebels waren für Turnübungen nicht geeignet. Der Wirt Hugo Machenbach (spätere Wirtschaft Conen) hatte ein Einsehen und stellte seine unüberdachte Kegelbahn zur Verfügung und unterstützte den jungen Verein auch finanziell. Vom mühsam ersparten Geld wurden Reck und Barren angeschafft, aber bei Herbstwetter war der Übungsplatz nun doch nicht geeignet. Der Wirt Schneeloch in Rupelrath stellte seinen Saal zur Verfügung. Am 29. September 1877 wurde der Umzug beschlossen.

Bei der Hauptversammlung am 3. November 1877 waren von 30 eingetragenen Mitgliedern 19 anwesend, zwei neue Mitglieder traten bei, und es wurde ein Vorstand gewählt:

Robert Pfeiffer als Präsident, Ernst Kawall als Turnwart, Theodor Gierlichs als Schriftwart, Ewald Machenbach als Kassenführer. Die Aufnahmegebühr (Ballotage) betrug 1 ,50 Mark, der monatliche Beitrag 50 Pfg.

 

Die Zeit bis zum Ende des 1. Weltkrieges 1904 wurde Karl Deus zum ersten Vorsitzenden gewählt, 19 Jahre hat er die Geschicke des Vereins umsichtig geleitet.

1907 wurde von der „Witwe Frau Doctor Köthe“ in Aufderhöhe zum Kauf­preis von 2170,- Mark Reichswährung der eigene Turnplatz an der Gillich und an der Schützenstraße angekauft und in eigener Arbeit planiert. 1909 übertrug man dem Verein wieder die Durchführung eines Gauturnfestes. Es fand bei herrlichem Wetter mit großer Beteili­gung statt. Während des Schauturnens stand über dem Platz ein großer Luftballon, der die Turner durch Ballastabwurf (Sand) begrüßte. 1913 stellte der Verein 8 Turner, die an dem Staffellauf zur Ein­weihung des Völkerschlacht-Denkmals in Leipzig von Landwehr bis Hackhausen teilnahmen. Als im August 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, kam der Turnbe­trieb bald fast völlig zum Erliegen, Ende 1914  standen 48, Ende 1915 bereits 70 Turner im Felde. Die in der Heimat verbliebenen Turner hielten  jedoch zusammen bis zum schmachvollen Ende des furchtbaren Krieges.

 

Nach dem Kriege

In der ersten Versammlung nach dem Kriege, am 2. März 1919, gab der damalige Vorsitzende bekannt, dass 20 Mitglieder nicht zurückkehrten. Nur mühsam konnte der Turnbetrieb wieder auf­genommen werden.

Unter großen Mühen und Opfern gelang es, den heute noch als Ehrenmal auf dem Turnplatz stehenden, 126 Zentner schweren Muschelkalkstein aus Oberbayern als Ehrenmal aufzurichten. Am 17. Juni 1921 fand unter großer Beteiligung der Angehörigen, der Aufderhöher Bevölkerung und der Gesangvereine „Löhdorfer Männerchor“ und „Einigkeit Steinendorf“ die Einweihung statt. Pfarrer Müller von Rupelrath und Hauptlehrer Hosse hielten die Ansprachen.

1923 warb man unter den Schulkindern beider Konfessionen für das Kinderturnen, es wurde eine Turnerinnenriege gegründet und viel Erfolg hatte die ebenfalls gegründete Altersriege bei allen Festen und Veranstaltungen. Zur Festigung des turnerischen Lebens trat man dem „Ortsverband Ohligser Turnvereine“ bei.

 

Am 18. November 1877 feierte man im Saal Schneeloch das erste Turnfest unter beachtlicher Beteiligung der Bevölkerung.

Aber der Weg nach Rupelrath war doch zu weit. Endlich hatte der Wirt Hindrichs in Aufderhöhe ein Einsehen; als er sich über­zeugt hatte, dass er es nicht mit „Radaubrüdern“ zu tun hatte, stellte er einen Raum unter dem Saal zur Verfügung. Aber um am Reck turnen zu können, musste tief ausgeschachtet werden.

Am 24. März 1878 zog man um. Aber der Raum war nicht heizbar. Später bewilligte Herr Hendrichs dann doch das Turnen im Saal. Seit dieser Zeit ist das Lokal, später „Bergischer Hof“ Vereins­lokal.

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Am 27. Oktober 1878 feierte der Verein sein erstes Stiftungsfest mit „Concert, verbunden mit Schau- und Riegenturnen“, die Musik wurde ausgeführt von der Kapelle des 16. Infanterie-Regi­ments aus Köln. Es war sicher ein Zeichen großer Anteilnahme der Aufderhöher  Bevöl kerung, wenn der junge Verein bereits nach einem Jahr ein solches Fest ausrichten konnte.

Neben der Turnerei wurde auch das deutsche Lied gepflegt; aus Mitgliedern des Vereins bildete sich ein Gesangsquartett. Alljährlich wurde bis 1914 ein Stiftungsfest abgehalten, Rekruten verabschiedet, diese zu Weihnachten mit Liebesgaben bedacht.

Am 1. März 1879:

„Es wurde beschlossen, an der Bonner Fahnenfabrik eine Nehsel­Fahne nach Muster zu bestellen, aber anstatt wollener goldene Fransen“. Es wurde ein „Fahnen Fähnrig gewält ferner zwei Fahnen Offiziere.“ Die Fahne wurde beim Turnfest 1880 ein­geweiht.

1892 trat man dem „Niederbergischen Turngau“ und damit der „Deutschen Turnerschaft“ bei. Bereits 1885 hatte man be­schlossen, den Verein niemals in eine andere Ortschaft zu verlegen.

Der Verein erstarkte mehr und mehr, es war ihm möglich, bereits 1895 mit großem Erfolg das Gauturnfest zu übernehmen. Pfingsten 1902 feierte man das 25 jährige Bestehen, 20 Mitglieder wurden zum Silberjubiläum ausgezeichnet, eine neue Fahne wurde geweiht. Der damalige Bürgermeister von Höhscheid, Herr Louis Glässner, vollzog die Weihe.

 

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Turnverein Aufderhöhe

Frauenabteilung 1902 bei der 25-Jahr Feier

 

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Ehrenmalweihe am 17.Juli / 1921 Eilbotenlauf 18. Oktober 1913 zur Einweihung des Völkerschlacht­denkmals in Leipzig. (Teilnehmer und Vorstand mit dem Vorsitzenden Karl Deus)

 

Auf den langjährigen Vorsitzenden Karl Deus folgte bis zu seiner Auswanderung nach Amerika Turnbruder Paul Sahler und ab 1927 Hugo Gräf.

Am 13. und 14. August 1927 war die Feier zum 50 jährigen Be­stehen. Es wirkten viele Brudervereine, auch die Gauwerberiege, mit. Es war eine eindrucksvolle Feier. 6 noch lebende Gründer des Vereins konnten geehrt werden, der inzwischen zum Ehrenvorsit­zenden ernannte Turnbruder Karl Deus erhielt durch den Gauver­treter Hugo Köhnen den Gauehrenbrief. Der Druckereibesitzer Wilhelm Müller stiftete als Wanderpreis für die Ohligser Turnver­eine einen silbernen Eichenkranz. Obwohl am zweiten Festtag während der Freiübungen ein heftiger Platzregen niederging, war es doch wohl eines der schönsten Feste, die Aufderhöhe erlebt hatte.

 

Die „Turnerjugend“

1928 nahmen einige Jugendturner am Jugendturntag in Leichlin­gen teil und hörten dort erstmals vom Bestehen einer „Turner­jugend in der Deutschen Turnerschaft“, welche durch die glück­liche Verbindung von Tanz, Spiel und Wanderung die Jugend in der Turnerschaft sammelte. Schon kurz danach machte ein kleiner Kreis: Miele Engelsberger, Hans Grah, Harry Stamm, Alfred Jung, Karl Schumacher und Karl Röhrigs die ersten Wanderungen in die Wupperberge und zum Rhein. Es war der Beginn einer lebhaf­ten und erfolgreichen Jugendarbeit. Zeitweise waren es 20 bis 30 Jungen und Mädel, die zum Turnen, aber auch zu Tanz und Spiel und zu den Wanderungen zusammenkamen. Am Neuen Ufer wurde ein Heim ausgebaut, regelmäßig fanden „Thieabende“ statt, fast jeden Sonntag wurde die engere und weitere Heimat erwandert. Fahrten zur Jugendburg der Deutschen Turnerschaft in Blankenheim in der Eifel, zur Jugendburg Freusburg, zum Grenzlandtreffen in Monschau waren Höhepunkte. Turnerjugend­treffen, Sing- und Tanzkreise, aber auch beim Schwimmen der „DT-Schwimmer“ und beim alljährlichen Rheinstromschwimmen im Rhein war die Turnerjugend dabei. Vor allem wurde Wert auf die Ausbildung zum Rettungsschwimmer gelegt, es besaßen drei junge Turner den Prüfungsschein und 15 den Grundschein.

Im Sommer 1929 weihte die Turnerjugend ihre neue Sturmfahne, aus dem ganzen Kreis waren Turnerjugendgruppen zu Gast. 1930 wurde dann das Jugendheim bei Gross ausgebaut, endlich hatten Jungen und Mädel ein festes Heim.

Bis zum Kriegsbeginn gehörten die Jungen und Mädel der Turner­jugend zu den aktivsten Mitgliedern des Vereins, denn nicht nur bei Tanz und Spiel, auch beim Turnen waren sie zur Stelle.

Das Frauenturnen

Bereits 1902 hatte der Verein eine beachtliche Turnerinnenriege, die damals mit großem Erfolg die 25-Jahr-Feier verschönte. Aller­dings löste sie sich bereits vor dem Kriege wieder auf.

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Turnerinnen-Riege 1927

Ursula Evertz – Schweizer – Edith Heider, Milli Fink, Herta Laufs, Mi lIi Nötzold, Reni Hüllbach – Änne Mi Ibertz – K lärchen Machenbach­Kali, Klärchen Müller, Clärchen Milbertz, Else Jacobi, Edith Frauenhoft – Leni Ruhwedel – Mile Engelsberger­  Rudolf Hoppe.

 

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Turner-Riege 1927

Ernst Vierschilling,GustavWeber,Otto Fischer, Hugo Henkels, Richard Scheffels, Fritz Evertz, Josef Schölisch, Hugo Gräf, Karl Vesenberg, Paul Wester, Karl Deus, Willi Fey.

 

Die 1923 wieder gegründete Turnerinnenriege war zwar wieder sehr groß, aber dadurch, daß aus den Mädchen Hausfrauen und

Mütter wurden, war es ein ewiges auf und ab. Immerhin bestand die Riege 1927 aus etwa 30 Mädchen.

Doch fünf Frauen gründeten am 14. Mai 1929 neben dieser Tur­nerinnenriege eine eigene Frauenriege, die auch bald über 20 eifrige, schon etwas gereiftere Teilnehmer hatte. Als Vorturner übernahm Richard Scheffels, dann Leni Heiden und später Rudolf Cremerius die Betreuung. Wenn auch während des Krieges der Turnbetrieb ruhte, so kamen doch weiterhin 8 von diesen Frauen regelmäßig zusammen und begannen, als der Saal bei Hertel wieder frei wurde, mit dem Turnbetrieb, jetzt unter Leitung von Else Schultes. Sie betreuten auch die jüngeren Turnerinnen und waren 1954 mit weit über 30 Turnerinnen wieder aktiv tätig. Einige dieser alten Gemeinschaft sind heute noch beisammen und werden in zwei Jahren ihr 50 jähriges Bestehen feiern.

Der „Reichsbund für Leibesübungen“

Nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurden die Vereine

„gleichgeschaltet“, die bisherigen Vorstände mussten ihre Ämter niederlegen.

Am 23. Mai 1933, in einer einberaumten außerordentlichen Hauptversammlung, die der erste Gauvertreter Hugo Köhnen sachlich leitete, wurde mit großem Bedauern das Ausscheiden des bewährten 1. Vorsitzenden Hugo Gräf zur Kenntnis genommen, der seit über 6 Jahren den Verein hervorragend geführt hatte. Obwohl die Versammlung mit großer Mehrheit Wiederwahl for­derte, wurde von „oben“ der bisherige 1. Schriftführer Gustav Weber zum „Vereinsführer“ eingesetzt.

Wenig später musste auch die Turnerjugend geschlossen zur Hitler­jugend übertreten, hat sich jedoch weitgehend ihre turnerische Eigenart erhalten.

Nun stießen auch die aktiven Turner des „Arbeiter Turn- und Sportvereins Aufderhöhe“, der aufgelöst worden war, zum Turn­verein Aufderhöhe. Nicht lange dauerte es, und es bestand über die Kriegsjahre hinweg ein gutes, kameradschaftliches Einverneh­men.

Der „Arbeiter Turn- und Sportverein Aufderhöhe“

1910 gründete man eine Abteilung Aufderhöhe der „Freien Turn­und Sportgemeinde Ohligs“. Der erste Vorsitzende war Ernst Weitz, zusammen mit Wihelm Schulte und Heinz Drache. Das Vereinslokal war im Lokal der Witwe Buscher (später Laurenz Conen). Da es am Ort bereits zwei Turnvereine gab, war der Start nicht besonders günstig.

Aus dem seit 1877 bestehenden Turnverein traten einzelne Mitglie­der über, ebenfalls aus dem „Turnerbund Aufderhöhe“, der von

1901 bis etwa 1915 bestand und sein Vereinslokal bis 1909 in der Wirtschaft Samuel Henkels hatte. Vor allem gab es Schwierigkeiten mit den gesetzlichen Bestim­mungen, welche verboten, dass Arbeiter-Sportvereine Jugendabtei­lungen biIden durften.

Aber doch entwickelte sich der Verein zufrieden stellend, er bildete sogar zeitweilig eine Unterabteilung Löhdorf. Später gab man sich den Namen „Arbeiter Turn- und Sportverein Aufder­höhe“, man wurde selbständig.

Der vor dem 1. Weltkrieg immer mehr Anhänger findende Fußball­sport wurde in den Vereinsbetrieb mit einbezogen, es traten die Mitglieder des Fußballklubs „Hohenzollern“ bei, und man konnte bald unter dem Spielführer Robert Röltgen eine Fußballmann­schaft aufstellen.

Die Arbeiter-Turn- und Sportbewegung hat ihren Anfang 1893, als viele Vereine aus der Deutschen Turnerschaft austraten und den „Arbeiter Turn- und Sport-Bund“ (ATB) gründeten. Sie wandten sich gegen die Bevormundung durch die Staatsgewalt und ihrer Ausnutzung. In unserem Gebiet war es wohl selbstver­ständlich, dass durch die starke Arbeiterbewegung die Zielsetzung, durch Leibesübungen aller Art die durch berufliche Arbeit ent­stehenden körperlichen Schäden zu verhindern oder auch vorzu­beugen schnell Anhänger fand. Schon durch den Namen ließ die „Arbeiter-Turn- und Sport-Bewegung“ erkennen, dass sie alle Arten von Leibesübungen betreiben wollte.

Vor dem 1. Weltkrieg ging es schnell aufwärts in Aufderhöhe, der Krieg brachte den StiIIstand. Einige der Besten kehrten nicht zurück, unter ihnen Turnwart und Spielführer. Jedoch nach dem Kriege ging es tatkräftig an den Wiederaufbau des Vereinslebens, besonders gefördert durch die geänderten politischen Verhältnisse, Führende Sportkameraden waren in diesen Jahren Isaak Röltgen, Paul Bott und Artur Melcher. Welcher Geist herrschte, geht am besten daraus hervor, dass an den Übungsabenden sich fast alle Mitglieder beteiligten und dass am Fußballspielen nur aktive Turner teilnehmen durften. Die Fußballmannschaft gehörte mit zu den führenden Mannschaften des Kreises und nahm sogar an den Spielen um die Bezirksmeisterschaft teil. Es musste sogar eine „Abteilung Löhdorf“ gegründet werden, damit sich alle Mitglieder sportlich betätigen konnten.

Sehr günstig für die Arbeiter-Turn- und Sport-Bewegung war der Ausbau des „Kesselweiher“ zu einem Schwimmbad. Es wurde eine Schwimmabteilung gebildet. Der erste Leiter dieser Abteilung war Kuno Rothstein. Unter seiner Leitung nahm die Schwimm­abteilung eine fast noch stürmischere Entwicklung als die Fußball­abteilung.

 

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Das ist die erste organisierte Aufderhöher Fußballmannschaft, die 1912 unter der Bezeichnung „Freie Turngemeinde Ohligs, Abt. Aufderhöhe“ antrat. Obere Reihe v. I. n. r.: Robert Röltgen +, Bruno Schaaf +, Alex Braken, Willy Hölterhoff, Stephan Bökel; Mitte: Rudolf Liskamm, Paul Schumacher +, Willi Wilms;

unten: Karl Wilms +, Paul Koch +, Wilhelm Pilger +

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Deutsches Turnfest 1933 in Stuttgart

Teilnehmer und Vorstand des Turnverein Aufderhöhe

(Richard Fritz, Gustav Weber, Karl Morsbach, Paul Wester,

Hugo Gräf, Karl Vesenberg; 2. Reihe: Luise Fritz, Frau Weber,

Hermann Schrick, Fritz Richter, Rudolf Fritz, Frieda Havemann,

Max Müller, Reni Müller, Adele Fritz)

 

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Sturmfahnenweihe der Turnerjugend 1929

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Jugendriege der Turner 1933

Hans Blaschke, Hans Zündorf (gef.) , Heinz Kohnen,Günter Melchior, Richard Pesch (gef.) , Rudi Heinrichs, Herbert Heinrichs (gef.), . Werner IIshöver (gef.), Karl Fritz, Fritz Gerstung,

Ernst Bennertz (gef.) ,vorne: Willi Schlupp (gest.), Erich Hoppe, Fritz Killing, Jugendturnwart Rudolf Fritz)

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Arbeiter-Turn- und Sportverein Aufderhöhe (ATSV)

  1. Mannschaft wird Gruppenmeister 1930/1931

(v. links n. rechts: Willi Dummer, Willi Großmann, Walter POhlig, Heinrich Röser, Kurt Herder, Max Müschenich, Edmund Boes,

Kurt Bott, Willi Witzei, Willi Süß, Peter Süß, Fritz POhlfg,

Kar! Zickelt

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Weihnachten 1935

Treffen der Urlauber des TV Aufderhöhe

Heinz Möcke (gest.), Rudolf Fritz, Karl Schumacher (gefJ,

Walter Buschmüller (gef.), Hans Grah, Rudi Heider (gefJ,

Karl K löpzig (gest.), Rudi Vetter, Karl Knecht; vorne: Fritz Bennertz, Wi Ili Hilgerod (gef.), Kurt Grah (gef.) , Hans Mecklenbeck.

 

Es muß festgehalten werden,dass fast alle Schwimmer zugleich Turner, Fußballer oder Handballer waren. Die Zielsetzung war für beide Organisationen gleich, ob Sportler oder Badegenossenschaft: Alle Leibesübungen auf breitester Grundlage pflegen und die Teilnahme allen Menschen ermöglichen. Darum niedrigste Bei­träge und mäßiges Eintrittsgeld; durch Volkssport zur Volks­gesundheit. Es ist bedauerlich, dass sich diese Grundsätze heute nicht mehr halten können. Das schon in Aufderhöhe Tradition gewordene Sportfest am Bad mit Feuerwerk ist ein richtiges Volksfest geworden.

Die politischen Ereignisse 1933 brachten ein jähes Ende; Verein und Genossenschaft wurden aufgelöst und enteignet. Notgedrun­gen traten die meisten aktiven Sportler in den Turnverein der DT oder den Ballspielverein Aufderhöhe ein. Sie blieben den alten Idealen treu und wurden bei der Neugründung 1945 ein starker Faktor der neuen Gemeinschaft.

Wiederbeginn nach dem 2. Weltkrieg

Während des zweiten Weltkrieges kam der Sportbetrieb völlig zum Erliegen. Eine große Zahl von Mitgliedern fiel in dem furcht­baren Ringen. Die bitteren Erlebnisse. sind noch in aller Erinne­rung; Elend und Not des deutschen Volkes waren unvorstellbar.

Trotz allem waren aber noch Menschen vorhanden, die nicht ganz und gar verzweifelten, die noch Turnergeist und Sportfreu­digkeit im Herzen weiter hegten und die sich nach der Besetzung unseres geliebten Vaterlandes seitens der Alliierten regten, sobald die Zeit dafür reif war.

Turnbruder Walter Weck war, wie bereits während des Krieges, sehr darum bemüht, die Turner und Sportler in Aufderhöhe zu­sammenzubringen und eine Zusammenfassung der Aufderhöher Sportvereine zu erreichen. Am 23. August 1945 kam es bereits zu einer Versammlung der alten Vorstände des „Turnvereins Aufderhöhe“, des „Arbeiter-Turn- und Sportvereins“ und des „Ballspielklub 1919“ im alten Vereinslokal unter Mitwirkung des Ortskulturkartells. Man beschloss, sich in einem Verein zu vereinigen unter dem Namen:

„TURN- und SPORTVEREIN AUFDERHÖHE 1877 e. V.“

Als vorläufiger Vorstand wurden zum Vorsitzenden Rudolf Cremerius, zum Schriftführer Fritz Gerstung und zum Kassierer Karl Wirtz gewählt. Willi Reis zeichnete als Geschäftsführer.

Für den 13. 0ktober 1945 berief man nun eine große Versamm­lung ein, die von über 150 Mitgliedern besucht war. Dieses war die eigentliche Neugründung, die neuen Satzungen wurden festgelegt, und der Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Solingen eingetragen, ebenfalls wurde die Mitgliedschaft beim Ortsverband Solinger Sportvereine beantragt.

Der Anfang war nicht leicht, die von der Militärregierung be­schlagnahmten Vereinsvermögen lagen fest, der Turnraum war von Flüchtlingen belegt, der Sportplatz war aus Not in Garten­land umgewandelt, Schwierigkeiten‘ an allen Enden, man stand vor einem Nichts.

Aber Turner, Ballspieler und die ehemaligen Arbeitersportler hatten sich fest zum Ziel gesetzt, das bislang Trennende zu über­winden und das Einende in den Vordergrund zu stellen.

Es wurden innerhalb des Vereins drei selbständige Abteilungen mit eigener Kassenführung gebildet, das erschien nach den bishe­rigen Erfahrungen notwendig.

Rudolf Cremerius, zugleich Vorsitzender des Gesamtvereins, über­nahm die Leitung der Turnabteilung, während Fritz Pohlig die Fußballer und Karl Zickel die Schwimmabteilung übernahm. 1947 wurde als vierte Abteilung die Handballabteilung gegründet

unter der Leitung von Otto Wachholder.                        .

In den Jahren 1946 -1947 beteiligten sich Mitglieder aller Abtei­lungen, um den Sportplatz „Höher Heide“ auszubauen und zu planieren. Die Stadt Solingen stellte Loren und Schienen zur Ver­fügung und gab einen Zuschuß von RM 2000,-. Jedoch erlahmte die anfängliche Begeisterung durch die furchtbar schlechte Ernäh­rungslage, es wurden immer weniger, die sich an den schweren Arbeiten beteiligten.

1946 pachtete der Verein das Freibad, auch dort waren enorme Arbeitsleistungen der Mitglieder erforderlich.

Bis zur Währungsreform 1948 schleppte sich das Vereinsleben dahin, die katastrophale Ernährungslage und all die vielen Schwierigkeiten konnten nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der Mitglieder veranlassen, am Sportbetrieb und an all den Arbei­ten teilzunehmen. Danach ging es aber doch wieder aufwärts, in allen Abteilungen merkte man die Belebung.

Die Entwicklung zu einem Großverein

1952 feierte der Verein mit einer großen Veranstaltung sein 75jähriges Bestehen. Eine stattliche Anzahl von Gästen aus befreundeten Vereinen, so dem TV Limburg, FC Bierstadt und Solinger Vereinen konnten begrüßt werden. Der Vorsitzende

des Deutschen Turnerbundes, Karl Gerhards, hielt die Festanspra­che und ehrte den völlig erblindeten Ehrenvorsitzenden Karl Deus und Hugo Jüttermann für mehr als 50 Jahre Zugehörigkeit. Das Orchester des Merscheider Musikvereins und Darbietungen der Kreisriege gaben dem Fest den feierlichen und sportlichen Rah­

men. In einer großen Sportwoche mit Wasserballspielen am Frei­bad, Freundschaftsspielen in Fußball und Handball, Turnvorfüh­rungen und Filmabenden für die Jugend wurde auch der Aufder­höher Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, sich über das Leben im Festverein zu unterrichten.

Endlich konnte auch 1958 nach langem Planen, Verhandlungen mit Stadt und Fußballverband die neue Turnhalle an der Gillicher Straße eingeweiht werden. Es war zwar nicht die ersehnte eigene Halle, aber durch Hergabe eines Teiles des vereinseigenen Sport­platzes, dessen Wert mit DM 30000,- angesetzt wurde, durch

 

Zuschüsse der Stadt und des Fußballverbandes, der zugleich ein Jugendheim baute, wurde doch der Gebrauch einer Halle für den Turn- und Sportbetrieb in Aufderhöhe möglich. Zwar brannte die Turnhalle 1962 ab, der Neubau konnte jedoch 1964 wieder in Benutzung genommen werden.

1961 bis 1962 wurde das Freibad umgebaut, der Vereinbeteiligte sich mit Arbeiten und Spenden im Wert von ca 50000,- DM daran. 1962 konnten auch Umkleideräume für die ballspielenden Abtei­lungen auf dem Freibadgelände fertig gestellt werden, die Leistun­gen des Vereins hierzu waren über 20000,_DM . 1966 bauten wir eine Heizung ein. Sodann wurde auch 1966 am Bad die Garderobe neu gebaut mit erheblicher Leistung des Vereins.

1965 bis 1966 versuchten wir, durch eine Vereinszeitung „Infor­mationen“ die Mitglieder enger an das Vereinsleben heranzuführen. Leider schlief diese Zeitung wieder ein.

 

Jedoch war der Verein inzwischen zu einem Großverein herange­wachsen. 1967 feierten wir in großem Rahmen das 90jährige Bestehen. Am 2. Juli begann es mit einer Feierstunde im „Bergi­schen Hof“, der damalige Oberbürgermeister Heinz Dunkel wurde Ehrenpräsident des Vereins, der frühere Oberbürgermeister Otto Voos und das Aufderhöher Ratsmitglied Albrecht Witte Ehren­mitglieder. Die Turner ehrten Else Schultes, Hans Blaschke und Heinz Toholt mit dem Gauehrenbrief, die Fußballer Fritz Pohlig und Fritz Rehborn wurden durch den Fußballverband geehrt. Es folgt eine eindrucksvolle Sportwoche aller Abteilungen.

Am 30. 9.1967 klang das Jubiläumsjahr aus mit einer großen Veranstaltung im Konzertsaal in Solingen unter Mitwirkung von Margot Eskens, dem Eilemann Trio und Kurt Lauterbach.

 

1969 trat die neue Abteilung der Judokas mit einer Veranstaltung vor die Öffentlichkeit.

In diesem Jahre wurde auch unsere Schwimmerabteilung gestärkt. Die Schwimmer aus „Union Ohligs“ traten dem TSV bei. Aber nun nannten sich die Schwimmer bei allen Wettkämpfen ohne Rücksprache mit dem Verein „TSV Solingen“ angeblich, weil der Name „Aufderhöhe“ nachteilig und unbekannt sei. Nach harten Auseinandersetzungen fand man einen Kompromiss, seit 1970 ist der Name des Vereins

„Turn- und Sportverein Solingen-Aufderhöhe e. V – 1877“.

 

In all diesen Jahren machten die Abteilungen des TSV Schlagzeilen in der Solinger Sportpresse, oft aber auch überörtlich. Die Hand­baller stiegen 1960 in die Bezirksklasse auf. Die Fußballer erreich­ten 1970 die Bezirksklasse und schon ein Jahr später die Landes­liga. Wenn sie diese Stellung auch nicht halten konnten, so blieben sie doch bis heute Spitzenklasse im Solinger Fußball. Die Schwimmer errangen auf vielen Ebenen hervorragende Siege, waren bei den Deutschen Meisterschaften erfolgreich, eine Schwimmerin war 4 Jahre in der Nationalmannschaft, einige in der Jugend-Nationalmannschaft und die Männermannschaft drang bis in die Regionalmannschaft West, die Damenmannschaft in die Bundesliga vor. Ebenfalls die Turner waren weit über Solingen hinaus erfolgreich, besonders deren Turnerinnenriege, die „Spatzenriege“ machte von sich reden.

Alle diese Leistungen waren nur möglich durch den selbstlosen

Einsatz vieler Mitglieder, die immer wieder ihre Freizeit opferten, um der großen Sache sportlicher Betätigung vorzustehen und den Verein durch mannigfache Fährnisse zu leiten. Es ist nicht möglich, alle Mitarbeiter zu nennen, erst durch die gemeinsame Arbeit und das Miteinander aller war die enorme Arbeit zu meistern und

einen Verein dieser Größenordnung zusammenzuhalten und auf diese Höhe zu bringen. Außer den langjährigen Schriftführern Hammelmann und Friedhelm Zickel sowie den Kassenwarten Karl Stöcker und Erika Rothstein wollen wir stellvertretend für alle

 

übrigen Mitarbeiter die Vorsitzenden des Vereins nennen:

Nach 1945 übernahm Rudolf Cremerius den Vorsitz, nach ihm bis 1955 Heinz Toholt. 1955 wurde der bisherige Leiter der Schwimmabteilung Günter Rehorn 1. Vorsitzender, unter seiner Leitung und weitgehend durch seine persönliche Initiative wurde die Turnhalle gebaut, auch danken wir seinem Einsatz die Neuge­staltung des Bades. Während der Zeit seines Vorsitzes wurde der Verein ein Großverein. Sein plötzlicher Tod am 19. Oktober 1970 im Alter von nur 44 Jahren war für uns alle unfassbar.

Er bleibt uns unvergessen.

Heinz Valdor übernahm danach die Leitung für eine kurze Zeit, danach führte Paul Werner Speck, kurz „PeWe“ genannt, mit einer jungen Mannschaft den Verein in dynamischem Einsatz zu seiner jetzigen Bedeutung.

 

Hans Grah

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Dieses Bild zeigt einen Teil der Mitglieder des erweiterten Haupt­vorstandes.

sitzend v. links: F. Pohlig, R. Fritz, E. Rothstein, K. Cremerius, Ha. Grah – stehend v. links: M. Heim, W. Adams, B. Hoppe, F. Zickel, R. Pöppel, p.w. Speck, G. Krapp, K. Schurg, W. Schumacher, K. Niederhagen.

 

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Der geschäftsführende Hauptvorstand ­

Friedhelm Zickel, Erika Rothstein und P. W. Speck im Gespräch

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  1. Teil der Historie ab 1970 geschrieben von Erika Rothstein anlässlich der 125 Jahr Feier.

 

 

125 Jahre TSV Solingen-Aufderhöhe 1877 e.V.          Ein Rückblick

 

UNSER TSV wurde am 14. Juli 1877 gegründet. Eine abwechslungsreiche Geschichte, geprägt u.a. durch zwei Weltkriege begann. Angefangen 1877 mit 30 Mitgliedern, zählen wir seit vielen Jahren zu den Großvereinen mit mehr als 2000 Mitgliedern.

 

Kleine und große Erfolge, aber auch kleine und große Niederlagen begleiteten uns auf dem Weg durch 125 Jahre Vereinsgeschichte.

Schon beim Übergang vom 19ten in das 20ste Jahrhundert verstanden es unsere Vorfahren, Sport zur schönsten Nebensache der Welt zu machen und natürlich konnten sie auch feiern, wie uns die alten Ankündigungen für Festveranstaltungen beweisen.

Da gab es Festumzüge zum Jubiläum, für die die Aufderhöher Bevölkerung

zum Schmücken ihrer Häuser aufgefordert wurde.                 .

Begonnen als Hoher Turn-Verein, nahm der Verein nach und nach alle Breitensportarten, die sich im Laufe der Zeit entwickelten, in sein Programm auf. Fußball und Handballberichte gibt es schon aus den Zwanzigern,“ und durch den Ausbau des „Kesselswelher“ zu einem Schwimmbad, hatten wir auch schon früh eine. Schwimmabteilung. Das Schwimmbad bedeutete einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des TSV.

Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges gingen im August 1945 engagierte Vereinsmit­glieder mit Mut und Überzeugung an den Wiederaufbau des Vereinslebens. Walter Weck war es, der in einer Versammlung am 23. August 1945 Vertreter der alten Vorstände der Aufderhöher Sportvereine zusammenbrachte und gemeinsam schloss man sich zusammen

im „Turn -und Sportverein Aufderhöhe.eV.“ Eine große Versammlung, an der sich 150 (!) Mitglieder beteiligten, besiegelte am 13. Oktober 1945 diesen Zusammenschluss durch die Festlegung einer neuen Satzung, Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Solingen und die Mitgliedschaft im Ortsverband Solinger Sportvereine.

 

In den Jahren 1946-1947 beteiligten sich Mitglieder aller Abteilungen am Ausbau des Sportplatzes „Höher Heide“. Die anfängliche Begeisterung erlahmte jedoch durch die zu dieser Zeit sehr schlechte Ernährungslage. Es wurden immer weniger, die sich an den sehr schweren Arbeiten beteiligen konnten.

 

In diese Zeit fällt auch der erste Pachtvertrag mit der Stadt Solingen für das Freibad im

Josefstal. Auch dort waren enorme Arbeitsleistungen der Mitglieder erforderlich. Nicht nur unsere Chronik zum 100 jährigen, berichtet, dass sich sowohl die Herrichtungsarbeiten als auch der Sportbetrieb bis zur Währungsreform 1948 verschleppten.

Nach Überwindung vieler Schwierigkeiten wurde dann richtig gefeiert. 1952 blickte der TSV auf 75 Jahre zurück und dies mit vielen Gästen, Musik und Sport .

 

1958 konnte dann endlich an der Gillicher Straße die lange ersehnte Turnhalle eingeweiht werden, die dann leider 1962 den Flammen zum Opfer fiel, aber schon 1964 wieder aufgebaut wurde.    .

1961 bis 1962 wurde das Freibad umgebaut. Nicht unerwähnt bleiben darf hier die enorm Eigenleistung durch Geld und Arbeitskraft vieler Mitglieder.

Inzwischen sportlich hervorragend in Solingen etabliert, feierten wir 1967

das 90jährige Bestehen des TSV, in dessen Rahmen Oberbürgermeister Heinz Dunkel zum

 

Ehrenpräsidenten des TSV ernannt wurde.

1969 trat unsere neue Abteilung JUDO erstmals ins Licht der Öffentlichkeit und unsere

Schwimmer erhielten Verstärkung aus der Union Ohligs. Seit dieser Zeit trägt der Verein den Namen „Turn- und Sportverein Solingen – Aufderhöhe 1877 e.V.“

 

In unserer Jubiläumsbroschüre von 1977 heißt es, dass nach dem für uns alle unfassbaren frühen Tod unseres damaligen Vorsitzenden Günter Rehorn : (Zitat)“ Paul Werner Speck, kurz Pewe genannt, mit einer jungen Mannschaft den Verein in dynamischem Einsatz zu

seiner jetzigen (1977) Bedeutung führte.“ (An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass die junge Mannschaft als geschäftsführender Vorstand aus PeWe Speck, Friedhelm Zickel und Erika Rothstein bestand).

 

Unsere sportlichen Erfolge auch in den nächsten Jahren bis in unser Jubiläumsjahr müssen nicht aufgelistet werden. Viele Bände Zeitungsartikel geben hierüber Auskunft.

 

Wir werden an lässlich der Jubiläumsveranstaltung am 25. Mai 2002 eine kleine Fotoaus­stellung vorbereiten, die einen Teil Vereinsgeschichte zeigt. Gleichzeitig wird der Förderverein Freizeit- und Badegelände anhand von Bildern und Plänen zeigen, wie die Planungen und Aussichten für unser Gelände im Josefstal sich derzeit darstellen.

Wir alle hoffen sehr, dass mit dem Jubiläumsjahr mit der längst überfälligen Sanierung des Sportplatzes Höher Heide und der Umgestaltung des Badgeländes eine neue positive  Entwicklung unseres Turn – und Sportvereins Solingen-Aufderhöhe;1877 e.V. beginnt.

 

Den Bemühungen aller Sportabteilungen, in diesem Jahr Zeichen zu setzen wünschen wir

Die Unterstützung nicht nur der Mitglieder, sondern auch der Aufderhöher Bevölkerung und all derer, die dem TSV wohl gesonnen sind

 

Erika Rothstein, im  März 2002

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